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23. Oktober 2021
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Schadstoffe im Haus - Schwermetalle schaden der Gesundheit
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Schadstoffe im Haus: Schwermetalle schaden der Gesundheit

Schwermetalle gehören zu den Schadstoffen, die besonders in älteren Häusern vorkommen. Bei Schadstoffmessungen sind Substanzen wie Blei, Kupfer, Cadmium, Chrom, Arsen, Aluminium, Quecksilber und andere zu finden. Sie reichern sich allerdings nicht in der Raumluft, sondern im Hausstaub an. Wird der so kontaminierte Staub aufgewirbelt, atmen ihn die Bewohner ein. Bei anhaltenden Einwirkungen dieser Wohngifte können Symptome und Beschwerden auftreten wie zum Beispiel:

  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Angstgefühle
  • Zittern
  • Nervosität
  • Beklemmungen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Nierenschäden
  • Leberschäden

Besteht die Möglichkeit, dass eine Schwermetallbelastung in Ihrer Wohnung vorliegt, sollten Sie einen Gutachter für Schadstoffe im Haus einschalten. Er wird mittels einer Staubanalyse den Istzustand feststellen und bei Bedarf geeignete Sanierungsmaßnahmen vorschlagen. Manchmal ist es auch sinnvoll, das heimische Trinkwasser auf Schwermetalle überprüfen zu lassen. Vor allem Kupfer und Blei können aufgrund der verwendeten Rohrleitungen recht hohe Werte annehmen und die Nutzer krank machen.

Wo sind Schwermetall-Schadstoffe im Haus enthalten?

  • Blei: Dieses Schwermetall ist zum Beispiel in alten Bleirohren zu finden. Untersuchungen von Wasserproben können hier Klarheit bringen. Weiterhin kommt Blei in alten Farben vor (Bleiweiß), beispielsweise bei Anstrichen von Holztüren. Vor geraumer Zeit wurde es auch noch in Menning-Farben als Rostschutz eingesetzt, teilweise kommt es auch noch bei Restaurationen von Gemälden zur Verwendung. Blei ist auch in Zinngeschirr und Zinnbechern enthalten, weshalb man diese Gegenstände nicht zur Nahrungsaufnahme benutzen sollte.

Blei ist ein starkes Blut-, Nerven- und Nierengift und führt bereits in geringen Spuren und bei ständiger Aufnahme zu Schäden im Nervensystem.

  • Cadmium: Vormals wurde Cadmium bei der Herstellung zahlreicher Alltagsprodukte verwendet: Pigmente für Anstriche, Keramiken und Kunststofffarben, für PVC-Kunststoffe oder Nickel-Cadmium-Batterien. Zudem wurde es als Pestizid und Pflanzenbehandlungsmittel, sowie als Holzschutzmittel (Dachgebälk) eingesetzt. Inzwischen ist Cadmium in solchen Produkten verboten und kommt heute hauptsächlich bei der Verbrennung von Braun- und Steinkohle, sowie in Abgasen von Müllverbrennungsanlagen vor. Zudem enthalten Meeresfrüchte diesen Schadstoff. Es schädigt vor allem Nieren, Knochen, Leber und Bauchspeicheldrüse.
  • Aluminium: Aluminium ist ebenfalls in manchen (älteren) Holzschutz-Anstrichen vorhanden und belastet so die Wohnräume. Zudem kann man diesen Schadstoff in Desinfektionsmittel, Trink- und Kochgefäßen und minderwertigem Keramik-Zahnersatz finden. Wenn man Aluminium verschluckt, wird in der Regel das Meiste wieder über den Urin ausgeschieden. Bei erhöhter und häufiger Zufuhr kommt es zu Ablagerungen in Leber, Zähnen und Gehirn. Aluminium-haltige Stäube führen oft zu einer Staublunge.
  • Quecksilber: Quecksilber konnte man lange Zeit in Thermometern, Barometern, Höhensonnen, Desinfektionsmittel, Holzschutzmittel (Dachgebälk) und in der Porzellanmalerei eingesetzt. Heute darf Quecksilber nur noch unter strengen Reglementierungen z.B. in einigen wenigen Arzneimittel eingesetzt werden. Es ist außerdem in Meeresfrüchten stark enthalten und gelangt bei der Verbrennung von Müll, Klärschlamm und Kohle in die Umwelt.

Quecksilber wirkt erbgutverändernd, greift das Zentralnervensystem an und fördert Krebs, Alzheimer und Multiple Sklerose.

Bei Verdachtsmomenten, gesundheitlichen Beschwerden oder anderen Fragen zum Thema Wohngifte sprechen Sie mit einem geprüften Baubiologen oder Gutachter für Schadstoffe im Haus.

Ein Fachmann kann Schadstoffe im Haus messen und Sie bei der Sanierung beraten!

Dieser Artikel wurde verfasst von: Steffen Schütt, Dipl.-Ing. (FH), Baubiologe IBN (Hausdiagnose-Linsengericht)

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