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19. Mai 2024
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Solaranlage selbst installieren? PV-Komplettset für Selbermacher

Steigendes Umweltbewusstsein und höhere Energiekosten sorgen dafür, dass sich immer mehr Menschen eine Photovoltaikanlage anschaffen möchten. Die zunehmende Nachfrage führt nicht selten zu langen Lieferzeiten, die durch den Mangel an qualifizierten Handwerkern weiter verschlimmert werden. Statt monatelang auf die Solaranlage zu warten, hat sich die Selbstmontage daher für viele Mieter und Eigentümer zu einer attraktiven Alternative etabliert. Dieser Artikel erklärt, ob es sich lohnt, eine PV-Anlage selbst zu installieren und was es dabei zu beachten gibt.

Selbst machen oder Profis beauftragen?

Wer eine Solaranlage bei einem Profi in Auftrag gibt, muss eine ganze Menge an Fachkräften bezahlen, die in den Aufbau und Anschluss involviert sind. Daher ist die Selbstmontage eine weitaus kostengünstigere Version. Auch geht die Selbstmontage in der Regel schneller als eine Installation vom Profi. Dadurch kann früher Strom erzeugt werden, was auch für eine schnellere Kostenersparnis sorgt. Damit zahlt sich die selbst errichtete Anlage schneller aus.

Im Gegensatz zum Profi müssen sich Selbermacher aber mehr Sorgen um die fachgerechte Installation machen, denn eine Photovoltaik-Anlage zu errichten erfordert Geschick, technisches Know-How und etwas mehr als die üblichen Heimwerker-Fähigkeiten. Wer eine Solaranlage selbst aufbauen möchte, muss daher bereit sein, sich intensiv mit der Konstruktion und den technischen Rahmenbedingungen zu beschäftigen. Gerade bei besonders schwierigen Dachkonstruktionen wie Schiefer- oder Blechdächern kann die Installation knifflig werden. Etwaige Installationsfehler können sich im schlimmsten Fall für lange Zeit negativ auf den Ertrag auswirken.

Eine Besonderheit ist bei der Selbstmontage noch zu beachten: Zwar darf die PV-Anlage grundsätzlich von Privatpersonen selbst errichtet werden, doch der Anschluss an das häusliche und das öffentliche Stromnetz ist gesetzlich ausschließlich einem registrierten Elektroinstallateur vorbehalten. Um den Einsatz dieses Fachmannes kommt man daher am Ende nicht herum.

Planung und Vorbereitung

Bevor das PV-Komplettset für Selbermacher zum tatsächlichen Einsatz und Aufbau kommt, gilt es, die geplante Installation gut vorzubereiten. Zunächst geht es um die nötige Ausrüstung. Bei der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage sind ein Sicherheitsgerüst, Schutzausrüstung wie Helm und Klettergeschirr, geeignetes festes Schuhwerk, Werkzeug und wasserdichte Kabelbinder und Abklebung obligatorisch. Zudem ist es ratsam, sich frühzeitig auf die Suche nach einem Elektroinstallateur zu machen, der die Anlage nach Fertigstellung an das Stromnetz anschließt. Denn auch hier kann es andernfalls zu Wartezeiten kommen, die Selbermacher bei ihrer PV-Anlage ja eigentlich vermeiden möchten. Eine Baugenehmigung für die Anlage ist in der Regel nicht notwendig. Dennoch ist es sinnvoll, das Vorhaben schriftlich vom Bauamt bestätigen zu lassen und einen Statiker zu konsolidieren, der die Belastungsreserve des Daches bestätigt.

Der nächste Schritt ist die Vorbereitung der Anlagenfläche. Hier kann es aufgrund von Beschattung gegebenenfalls notwendig sein, umliegende Bäume zu stutzen oder ganz zu fällen. Optimal für PV-Anlagen ist eine Ausrichtung nach Süden mit 30 bis 40 Grad Neigung, doch auch Süd-Ost- oder Süd-West-Ausrichtungen sind vielversprechend. Ist lediglich eine Ost-West-Ausrichtung möglich, sind optimalerweise beide Dachflächen zu bedecken.

Formen der Montage

Die Montage der PV-Anlage besteht grundsätzlich aus drei Schritten:

  1. Die Anbringung der Unterkonstruktion
  2. Die Installation der Profile
  3. Die Fixierung der PV-Module

Es gibt verschiedene Montagearten, von denen die Auf-Dach-Montage am häufigsten vorkommt. Auch Vordach- oder Wand-Montagen sind möglich. Bei der Auf-Dach-Montage sind zwei Unterkategorien zu differenzieren: Einerseits können PV-Anlagen auf Flachdächern angebracht werden, was mithilfe eines Metallgestells funktioniert. Die Module sind dabei hintereinander aufgereiht, weswegen darauf zu achten ist, dass sie sich nicht gegenseitig überschatten. Andererseits gibt es die Option, die PV-Module auf Metallschienen auf einem Schrägdach zu befestigen. Die Schienen werden mit Dachhaken gesichert und dienen den Modulen als Trägerkonstruktion. Preislich und in Bezug auf den Aufwand ist diese Variante für Selbermacher lohnenswerter.

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Außerdem gibt es als Sondertyp noch die In-Dach-Montage, bei der die PV-Module anstelle der Dachziegeln eingesetzt werden. Da das besonders aufwändig ist, wird die In-Dach-Montage in der Regel nur bei Neubauten oder sanierungsbedürftigen Dächern angewandt.

Nachbereitung

Sind alle Konstruktionsschritte erledigt und hat auch der Elektroinstallateur seinen Job erfüllt, kann die Stromerzeugung beginnen. Hier ist noch wichtig zu beachten, dass dem jeweiligen Netzbetreiber das Inbetriebnahmeprotokoll zu übermitteln ist. Das ist notwendig, um die Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur anzumelden. Nur wenn die Anlage dort gemeldet ist, erhalten Sie die Einspeisevergütung, die durch die Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz zu erwarten ist.

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